Lost in Translation-Bar
February 23rd, 2006 at 04:07pm Alexander Müller

Im Film “Lost in Translation” verarbeitet Regisseur Coppola seine eigenen Erfahrungen, die er bei Besuchen in Japan gemacht hat. Und fast jeder, der schon einmal in Japan war, findet sich irgendwo im Film wieder. Viele Ausländer, die nach Japan (bzw. Tokyo) kommen, fühlen sich früher oder später nicht nur “Lost in Translation”, sondern auch verloren in der Metropole, deren Häusermeer in den ersten Minuten des Films eindrucksvoll an Bobs Taxi vorbeistreicht, während er von Narita aus nach Shinjuku ins Hotel Park Hyatt fährt, um einen Suntory Whiskey Werbespot für 2 Mio. $ zu drehen (”For relaxing times, make it Suntory time.“).
Die Bar des Shinjuku Park Hyatt, schon längst “Lost in Translation-Bar” getauft (obwohl sie eigentlich “New York Bar” heisst), wird zum Dreh- und Angelpunkt des Films. Hier treffen auch Charlotte und Bob das erste Mal aufeinander (wenn man einmal von Blickaustauschen in Fahrstühlen absieht).

Charlotte: So, what are you doing here?
Bob: Uh, a couple of things. Taking a break from my wife, forgetting my son’s birthday. And, uh, getting paid two million dollars to endorse a whiskey when I could be doing a play somewhere.
Charlotte: Oh.Bob: But the good news is, the whiskey works.
Bob: What are you doing?
Charlotte: My husband’s a photographer, so he’s here working. I wasn’t doing anything so I came along.
Bob: What do you do?
Charlotte: I’m not sure yet, actually.
So ähnlich wie die beiden Hauptdarsteller fühlt man sich öfters, wenn man mal wieder auf nächtliche Streifzüge durch Tokyo geht… und um diesen Gefühl nachzueifern, ist mittlerweile ein wahrer Tourismus im Park Hyatt entstanden: Ausländer, die sich zu einem Glas Whiskey in die New York Bar setzen, um über die Kälte und Einsamkeit der Großstadt zu kontemplieren.

Um sich selbst einmal einen Eindruck von der mysteriösen Anziehungskraft der “Lost-in-Translation-Bar” zu verschaffen, bin ich einfach mal hingegangen. Zugegebermaßen: die Bar befindet sich in einer Preisklasse, die für mich (leider?) noch nicht normal geworden ist. Allein für die Besetzung des Tischs (”cover charge”) werden nämlich ab 20 Uhr 2.000 Yen berechnet. Ok, dafür bekommt man auch Live Jazzmusik geboten, aber das musste nicht unbedingt sein. Der erste Eindruck sollte erst einmal preisgünstig sein, deshalb bin ich also vor 20 Uhr hin. Um das Knausertum noch abzurunden habe ich auch den kostenlosen Shuttlebus vom Shinjuku Station Westausgang (Startpunkt “L Tower”) bis zum Park Hyatt in Anspruch genommen und vorher noch zwei Onigiri zu mir genommen…
Die Bar selbst ist schön eingerichtet, ein schummriges Ambiente, an den Wänden Art Deco, die jeder Bar von New York zur Ehre gereicht. Von den Tischen hat man einen wunderbaren Blick auf das Häusermeer von Shinjuku, besonders nach Sonnenuntergang zu empfehlen. Die Karte fängt bei den Getränken preislich bei ca. 1.000 Yen an. Einen guten Cabernet Sauvignon bekommt man schon ab 1.300 Yen, Whiskey ist etwas teurer… Also für mich keine Suntory-times, sondern einen guten Rotwein bestellt. Zum Getränk gereicht werden Knabbereien mit Wasabi-Geschmack, sehr hip!

Alles in allem ist die Bar ein sehr angenehmer Ort, viel Platz zwischen den Tischen, guter Blick nach draußen, angenehme Athmosphäre. Wenn also demnächst mal wieder Bekannte nach Tokyo kommen, so werde ich wohl noch einmal hingehen, dieses Mal dann auch mit Livemusik - dafür sind 2.000 Yen nicht zuviel, oder?
Vielleicht wird es aber gar nicht so weit kommen. Denn ähnlich wie Bob und Charlotte arbeite ich nämlich an meiner Flucht aus Tokyo:
Bob: Can you keep a secret? I’m trying to organize a prison break. We have to first get out of this bar, then the hotel, then the city, and then the country. Are you in or you out?
Charlotte: I’m in.
Links
- Memorable quotes from Lost in Translation
- Park Hyatt Tokyo
- New York Bar
- Photos der Lost in Translation Bar (Flickr Photo Sharing)
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3 Comments Add your own
1. daniel gralki | February 24th, 2006 at 4:21 pm
…amuesanter Artikel , aber ein Kapitalfehler gleich am Anfang…
Richtiger waere es, von der Regisseurin des Films zu sprechen, naemlich Sophia Coppola, die glaube ich die Tochter “des” Coppola ist. Ich weiss nicht ob ihr Pappa noch durch Karaokebars huepfen wuerde.
2. Zerberus | April 17th, 2006 at 4:57 am
Jup, die gute heißt Sofia Coppola und ist seine Tochter. Sie hat bei ihm gelernt.. Im Wahrsten sinne, da sie seine Regieschule durchlaufen hat, die er inzwischen hat.
Andere “Werke” sind Virgin Suicides und der jetzt irgendwann mal erscheinende “Marie-Antoinette”
3. Sofia Vergara&hellip | October 23rd, 2006 at 10:02 pm
coppola sophia
Interesting post. I came across this blog by accident, but it was a good accident. I have now bookmarked your blog for future use. Best wishes. Sofia Vergara.
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